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Kaiserpfalz in Kaiserswerth

Die Ruine der geschichtsträchtigen Kaiserpfalz liegt im Düsseldorfer Stadtteil Kaiserswerth. Sie stellt ein wichtiges Baudenkmal des Mittelalters am Rhein dar.

Vorläufer der Kaiserpfalz war im 7. Jahrhundert eine fränkische Siedlung, die durch eine Wall- und Grabenanlage geschützt war. Diese entstand an strategisch günstiger Stelle, da auf Höhe des heutigen Düsseldorfer Stadtteils Kaiserswerth eine durch einen Graben abgetrennte Insel im Rhein lag. Zudem konnte der Fluss an dieser Stelle recht gut überquert werden, so dass hier wichtige Handelsrouten vorbeiführten.

Aus der Anlage entwickelte sich später eine Burg, die 1016 das erste Mal schriftlich erwähnt wurde. Der Salier Heinrich III., der seit 1046 Kaiser im römisch-deutschen Reich war, ließ die Burg zu einer Pfalz erweiterten, so dass der Kaiser seit 1050 mehrfach hier Station machen konnte.

Kaiserpfalz in Kaiserswerth

Kaiserpfalz in Kaiserswerth

Kaiser Friedrich Barbarossa baute die Kaiserpfalz zu einer bedeutenden Zollstation aus. Barbarossa selbst besuchte den Ort im Jahre 1158 und möglicherweise nochmals 1174. Nachfolgende Kaiser hielten sich mehrfach in der Pfalz auf, wie hier ausgestellte kaiserliche Dokumente beweisen.

Mit dem Schwinden der kaiserlichen Macht nahm in der Folgezeit die Bedeutung der Anlage ab. Immer wieder kam es in Kaiserswerth zu kriegerischen Auseinandersetzungen, so etwa während des Pfälzischen Erbfolgekriegs und wenig später im Spanischen Erbfolgekrieg. Dabei wurde die Pfalz im Jahre 1702 stark beschädigt und im Anschluss nicht mehr aufgebaut.

Kaiserpfalz in Kaiserswerth

Kaiserpfalz, Innenbereich

Die Ruine wurde in den nachfolgenden beiden Jahrhunderten weitgehend vernachlässigt. Steine der Anlage wurden sogar zum Bau von Kaiserswerther Häusern verwendet. Sanierungsarbeiten wurden unter anderem von 1997 bis 2001 durchgeführt, um dieses bedeutende Düsseldorfer Baudenkmal langfristig zu sichern.

Kaiserpfalz in Kaiserswerth

Kaiserpfalz